Wie Sie beim Small Talk mit Engländern und Amerikanern glänzen können

„How do you do?“ – wer wurde nicht schon auf diese und ähnliche Weise von einem englischen oder amerikanischen Gesprächspartner begrüßt? Die Antwort darauf fällt vielen jedoch schwer, da wir in Deutschland Begrüßungen dieser Art kaum gewohnt sind. Anstatt eines lockeren „I’m fine, how are you?“ tendieren wir eher dazu, die Frage viel zu ausführlich zu beantworten. Dabei übersehen wir den lockeren und eher oberflächlichen Kern dieser Eingangsfrage; einem Klassiker des Small Talks. Wenn Sie sich ab und zu in der englischsprachigen Welt bewegen ist es deshalb ratsam, einige passende Antworten und Small Talk-Themen auf Lager zu haben. Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps und Anregungen, wie Sie sich erfolgreich auf dem Small Talk-Parkett bewegen.

Small Talk ist im englischsprachigen Raum von besonderer Bedeutung, denn die Kunst des Small Talks ist ein probates Mittel zum Einstieg in geschäftliche wie auch private Kommunikation. Es ist kein Wunder, dass in Großbritannien und den USA gerne und ausgiebig Small Talk geführt wird, denn neben der Vorbereitung des Gesprächeinstiegs erfahren die Teilnehmer gleichzeitig ein wenig persönliches von ihrem Gegenüber – was für das gegenseitige Verständnis bei den später besprochenen geschäftlichen Themen äußerst hilfreich ist.

Über diese Themen reden Amerikaner und Briten gleichermaßen gern

Wetter: Gespräche über das Wetter gehören sicher nicht nur im englischen Sprachraum zu den all time favorites. Besonders in Großbritannien gehört es beinahe zum guten Ton, sich – oftmals ironisch – über das Wetter zu beklagen. Vorteil für Gesprächspartner, die sich noch nicht kennen: Hier ist keinerlei Vorkenntnis über Gewohnheiten und Vorlieben des Gegenübers nötig.

Persönliche Hobbys und Interessen sind ebenfalls beliebt beim Small Talk. Die Frage nach Vorlieben drückt Interesse aus und schmeichelt dem Gegenüber. Zudem kann das Thema bei Folgeterminen beim Small Talk vertieft werden; beispielsweise wenn es um Planungen oder Projekte bei Reisen, Sport oder Hobby geht. Bei Reisen sollten Sie bedenken, dass Amerikaner tendenziell sehr viel weniger Urlaubstage haben, weshalb breite Schilderungen Ihres fünfwöchigen Sommerurlaubs mit Verwunderung aufgenommen werden.

Wochenende: Am Freitag lassen sich für das Wochenende bevorstehende persönliche oder familiäre Aktivitäten ideal thematisieren. Gleiches gilt für den Montag, wenn Sie sich darüber erkundigen können, was Ihr Gegenüber an den freien Tagen erlebt hat. Dieses Thema eignet sich besser für Situationen, bei denen Sie den Kontakt bereits ein wenig kennen.

Auch Sport eignet sich hervorragend zum Small Talk. Sie müssen dazu nicht glühender Anhänger einer Sportart, beziehungsweise eines Teams sein oder sich selbst sportlich stark betätigen, um bei diesem Thema zu glänzen. Allerdings sollten Sie bei der Rivalität zwischen Sportvereinen aufpassen: Wo in Deutschland der FC Bayern stark polarisierende Emotionen auslösen kann, ist dies bei großen Teams in Großbritannien oder in den Vereinigten Staaten ähnlich. Weiterhin sollten Sie bedenken, dass auch in England Fußball ein populäres Thema ist, wohingegen der Sport in den USA eher eine Schattendasein fristet. Hier sollten Sie sich mehr auf American Football, Basketball oder Baseball einstellen.

Ein Themenbereich, der sich besonders gut auch beim ersten persönlichen Kontakt anbietet, tritt bei einem Treffen in einer fremden Stadt oder Nation auf. Hier können Sie gut auf die Anreise, Unterkunft oder Tipps zur Stadt zu sprechen kommen. Neben dem überbrückenden Effekt des Small Talks vermitteln Sie Ihrem Gegenüber auf diese Weise zusätzlich wertvollen Mehrwert.

Unterschiedliche Interessenlage bei Amerikaner und Briten

Die Motivation zum Small Talk ist bei beiden Nationen unterschiedlich. Die Amerikaner verfolgen beim Small Talk das Ziel, ihr Gegenüber besser kennenzulernen, um so eine bessere Basis für die kommenden Gespräche zu legen. Persönliche Informationen tragen deshalb dazu bei, den Gesprächspartner besser zu verstehen und bereits beim Small Talk zu eruieren, wie breit eine gemeinsame Basis ist und ob man sich auf einer Wellenlänge befindet. Demgegenüber hat der Small Talk bei den Briten mehr praktischen und höflichen Charakter. Hier ist es das primäre Ziel, einen Einstieg zu finden und als unangenehm empfundene Pausen im Gesprächsfluss nach dem ersten Händeschütteln und vor Anschnitt der geschäftlichen Themen zu vermeiden. Dieser Unterschied schlägt sich auch in der Gesprächsführung nieder, denn Amerikaner kommen schneller auf persönliche Dinge zu sprechen. Während die Briten hier eher abwartend agieren, sind diese Gesprächsthemen in den USA durchaus populär. Machen Sie sich jedoch keine Sorgen über die mögliche Preisgabe zu intimer Details: Die Amerikaner bleiben hier tendenziell lieber an der Oberfläche.

Beim Themenspektrum sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass Amerikaner sehr stark auf das eigene Land fokussiert sind. Wo bei den Briten über europäische oder weltweite Inhalte gesprochen werden kann (beispielsweise bei Sport, Kultur und Reisen), sollten Sie in den USA den Schwerpunkt auf Amerika legen. Angesichts der schieren Größe des Landes und seiner vielen internationalen Stars in Kultur (Musik, Film) oder Sport sollte es für Sie jedoch kein Problem sein, ein passendes Thema zu finden

Was Sie vermeiden sollten

Generell gilt auch im englischsprachigen Kontext, dass Sie Themen mit potentiell explosiven Inhalten wie Religion, Ethik oder Politik tunlichst vermeiden oder nur anschneiden sollten, wenn Sie Ihren Gesprächspartner sehr gut kennen. Gleiches gilt für die bereits erwähnten sportlichen, regionalen oder kulturellen Animositäten. Das Problem sind hierbei nicht nur unterschiedliche Meinungen, sondern dass der eigentliche Zweck des Small Talks – die emotional entspannte Förderung und Einleitung des Geschäftsgesprächs – gestört wird.

Wenn Sie die hier gemachten Tipps beachten und sich dementsprechend vorbereiten, sind Sie bestens für den lockeren Small Talk mit Ihren englischsprachigen Kollegen vorbereitet. Denn dies sollte Small Talk immer sein: Locker und entspannt.

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